Für Biker

Das Wesentliche für Biker sind natürlich Straßen, davon hat Madagascar fast 50.000 km, woran man schon ein bisschen die Grösse dieser Insel (besser Inselkontinent) erahnen kann. Davon sind ca. 5000 km asphaltiert und somit ganzjährig befahrbar. Auf der 1:1.200.000 Madagascar-Karte des Reise-Know-How Verlages sind das die roten Strecken. Allerdings stimmt auch hier die Klassifizierung nicht immer. Die gute Nachricht für Biker ist, dass diese öfters in guten, manchmal in schlechten Zustand sind und meist wunderbar kurvenreich. Besonders reizvoll sind Abstecher von der Hauptstraße weg in die Dörfer hinein.

Was die Streckenplanung angeht, so ist es wichtig zu wissen, daß sich diese nicht, wie anderswo, an Hand von Karten machen läßt, denn in dem Fall kennt man weder den aktuellen Streckenzustand noch die Befahrbarkeit zur gegebenen Jahreszeit. Die von uns vorgeschlagenen Strecken sind alleine oder mit Sozia befahrbar, ein Gruppenzwang besteht nicht, die Abfahrt kann individuell festgelegt werden. Leider erlaubt es das beschränkte Strassennetz nicht, Rundkurse zu fahren.

Der Verkehr ist, abgesehen von Tana, eher dünn, doch auf Taxi-Brousse, Taxi-Be, LKW's, Tankwagen, Busse, Zebu-Karren, Hühner, Enten, Truthähne, Rinder- oder Ziegenherden, natürlich Leute sowie Schlaglöcher ist zu achten. Die Landschaften sind sehr vielfältig: tropisches, fruchtbares Immergrün an der Ostküste, dichte, z.T. unerforschte Wälder in den Steigungsbereichen der Ostküste, das Merinahochland, der trockene Süden und Südwesten, Strände zum Baden und Tauchen. Ein besonderes Augenmerk sollte der Reisende auf die Tier- und Planzenwelt richten. Die Menschen sind von ruhiger, humorvoller und unaufdringlicher Art, als Besucher kann man sicher sein, fast immer willkommen zu sein.

Touristen finden in allen Orten von touristischem Interesse Übernachtungsmöglichkeiten mit ausreichendem Komfort, Zimmer mit Doppelbett (ca. 8 - 20 € p.Z.) und meistens warmem Wasser und Strom, sowie ein Restaurant fürs Essen und Trinken (Abendessen 2.50 - 8 € p.P.).

Die Sprache auf Madagascar ist Malagasy, 1. Fremdsprache ist Französisch, 2. Englisch, letzere wurde von Ravalomanana ergänzt, praktische Auswirkungen sind aber nicht weiter zu erkennen. Allerdings darf man die Fähigkeiten von Dorfbewohner, Französisch zu sprechen, nicht überschätzen. Madagassen, die Deutsch, Englisch, Spanisch oder andere Sprachen sprechen, gibt es jetzt immer mehr und manch mutiger Besucher verlässt sich bereits darauf.

Madagascar gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. In den Augen der Madagassen sind alle Europäer unerhört reich. Wer sich für eine Reise auf Madagascar entscheidet, sollte sich der Diskrepanz bewusst sein und sich angemessen verhalten. Wer den Anblick der Armut nicht ertragen kann, ist auf Madagascar fehl am Platz. Trotz alldem kann das Erlebnis einer Reise auf Madagascar zu einer persönlichen Bereicherung der Lebenserfahrungen beitragen.