Mit dem Motorrad: Tana - Tuléar mit Ostküste

Sehr abwechslungsreiche Strecke durch's Merinahochland, das Land der Betsileo, an Primärwäldern vorbei hinunter an die Ostküste und wieder zurück, weiter durchs Land der Bara, in den trockenen Süden, das Sandsteingebirge Isalo, die Trockenwälder von Zombitse, dann bis zur Endstation Tuléar.

14 Tage 1904 km, davon 227 km Piste, durchschnittliche Fahrstrecke pro Tag 136 km.

Canyon de Makis - Canyon de Rats

Tag Strecke km total km Piste zu Fuß
1. Tana > Ambatolampy > Antsirabe 180    
  Nachdem wir uns durch den dichten Stadtverkehr Tana´s durchgeschlängelt haben, wird das Fahren zum Vergnügen, während eine Kurve auf die anderen folgt, was sich für hunderte von Kilometer nicht ändern wird. Heute besuchen wir: Insektenmuseum mit mehr als 5000 Ausstellungsstücken, lokale Kochtopfherstellung, beides in Ambatolampy, wo wir auch Mittagessen werden. Bei zeitiger Ankunft in Antsirabe haben wir Gelegenheit für einen Besuch in einer Edelsteinschleiferei. Zum Abendessen gehen wir aus und nutzen die Gelegenheit für eine Fahrt in einem der berühmten Pousse-Pousse, die es hier in Antsirabe häufiger als sonst auf Madagascar gibt.
2. Antsirabe > Lac Trivitra > Antsirabe > Ambositra 130 30 1 km
  Morgens machen wir einen Ausflug auf einer schmalen Piste zum See Tritriva, ca 20 km von Antsirabe entfernt. Obwohl der Weg ansteigt, ist das Fahren darauf nicht weiter schwierig, sondern macht im Gegenteil ordentlich Spaß. Nach einem letzten Steilstück oben angekommen, parken wir die Bikes und wandern um den See herum, während uns unserer lokaler Führer von dessen Sagen berichtet. Auf dem Weg zurück nach Antsirabe kommen wir am See Andraikiba vorbei, geeignet als Erholungs- und Freizeitgebiet.
Nach einem späten Mittagessen in Antsirabe haben wir auf den kommenden 90 km viele Kurven und viel Fahrspaß. In Ambositra finden wir noch Zeit, um die Arbeiten örtlicher Holzschnitzer und Mobelproduzenten zu besichtigen. Wir übernachten ihm über 100 Jahre alten Grand Hotel, das ca 2015 renoviert worden ist.
3. Ambositra > Antoetra > Ifasina > Antoetra > Ambositra 70 50 3 Std.
  Am heutigen Tag unternehmen wir eine Tour in ein ursprüngliches Holzschnitzerdorf. Wir lassen das Gepäck im Hotel zurück und nehmen eine Piste, die 10 km südlich links von der RN 7 abbiegt, und uns nach 25 km nach Antoetra bringt. Bevor wir die Brücken unterwegs überqueren, stellen wir sicher, daß diese auch uns und unsere Maschinen tragen werden. Von Antoetra aus wandern wir zum 4 km entfernten Ifasina, wo wir Holzschnitzer der Zafimaniry bei der Arbeit sehen werden. Das Mittagessen ist ein Picknick, Abendessen und Übernachtung nochmals in Ambositra.
4. Ambositra > Sahambavy 150 1  
  Wir kommen an den Resten von Primärwäldern vorbei und sehen, wie die Menschen vom Wald gelebt haben (und es noch immer tun). In Ambohimahasoa gibt es madagassisches Mittagessen, bevor es dann weitergeht durch eine großartige Reisterassenlandschaft, die uns glauben läßt, Asien näher zu sein als Afrika. Wir kommen am nachmittag in Sahambavy, der einzigen Tee erzeugenden Region Madagascars, an und können mit dem Motorrad noch die Umgebung erkunden, indem wir Richtung Osten fahren. Oder uns bringt nichts mehr auf`s Motorrad und wir machen es uns im Hotel am See gemütlich. Das Hotel hat sogar ein Baumhaus.
5. Sahambavy > Ranomafana 85 26  
  Falls möglich, besichtigen wir die Teefabrik in Sahambavy. Danach starten wir nach Ranomafana, indem wir die RN 7 eine Kilometer zurück in die Richtung fahren, aus der wir gekommen sind, bis wir an eine Abzweigung nach rechts Richtung Ostküste kommen. Diese Straße ist in schlechten Zustand, so daß es Spaß macht, sie zu fahren, auch wenn es Zeit braucht. Wir lassen zwei Dörfer hinter uns und kommen langsam in den Naturpark hinein. Nach der Überquerung einer Brücke begleitet uns der Fluß Namorona zur rechten, die Straße ist jetzt wieder besser, und wir beobachten wie der Fluss zu einem Wasserfall wird und schnell an Höhe verliert. Am gegenüberliegenden Ufer können wir bereits Primärwald sehen.
In Ranomafana haben wir Zeit für einen Rundgang durch´s Dorf, für ein heißes Bad in der Thermalquelle, oder, als Vorbereitung für unseren kommenden Besuch im Nationalpark, besuchen wir das Centre d´Environement.
6. Parc National de Ranomafana 12   5 Std.
  Wir unternehmen eine Fußwanderung durch den Nationalpark, beobachten Tiere (Lemuren, Chamäleons) sowie Pflanzen, gleichermaßen einzigartig. 12 Arten von Lemuren leben hier und der Goldene Bambuslemur wurde hier erst in 1986 wiederentdeckt. Betreffs der Flora sehen wir Orchideen, Baumfarne, Palmen, Moose und zahlreiche Blütenpflanzen als auch riesige Bambusgruppen (von denen sich drei Arten Lemuren ernähren). Am späten Nachmittag besteht die Möglichkeit für eine Nachttour in den Park.
7. Ranomafana > Manakara 180    
  Die Straße ist schlecht und wird den ganzen Tag nicht besser. Wir kurven hinunter Richtung Ostküste, durchqueren einige Dörfer, später kommen wir durch weniger besiedeltes Gebiet, bevor wir schließlich Manakara und damit das Meer erreichen erreichen, das hier wegen der Heftigkeit der Wellen nicht zu einem Bade einläd. Hier befand sich einst der zweitgrößte Hafen an der Ostküste, zu Zeiten, als die Eisenbahnlinie ins Land hinein in vollem Einsatz war.
8. Manakara > Farafangana 109    
  Durch große Plantagen, in denen Vanille, Pfeffer, Lyches, Kokosnüsse und Kaffee vor allem für den Export gedeihen, reisen wir auf einer guten Straße. Das Dorf Vohipeno 30 km südlich von Manakara ist nicht nur für seine handgemachten Taschen bekannt, sondern ist auch das kulturelle Zentrum der Antaimoro, der Leute, die von Arabien eingewandert sind und die ihre eigene Schrift mitbrachten, einschließlich des Know-Hows der Papierherstellung.
Weiter geht es nach Farafangana, wo wir die Gelegenheit für ein Bad im Meer nutzen.
9. Farafangana > Manakara 109    
  Auf der gleichen Strecke wie gestern zurück nach Manakara.
10. Manakara > Fianarantsoa 265 25  
  Unser längster Tag auf dem Motorrad, es geht den ganzen Weg zurück von Manakara über Ranomafana (spätes Mittagessen) weiter nach Fianarantsoa. Wir verbringen den Abend im Hotel, erholen uns und genießen die hervorragende Küche.
Statt auf der Strasse zurück bietet sich auch die Möglichkeit, max 2. Motorräder mit der Eisenbahn nach Fianarantsoa zu verladen. Dazu sollte man Spanngurte (von uns) dabei haben. Der Zug verkehr drei Mal die Woche. Die Bahnfahrt ist sehr abenteuerlich.
11. Fianarantsoa > Ambalavao > Ihosy 204    
  Wir verlassen Fianaratsoa via Oberstadt, für einen Panoramablick, und dann geht es auch schon überland bis wir an einer Weinkellerei halt machen, die madagassischen Wein produziert, den es nur in dieser Gegend gibt. Vielleicht sehen wir, wie die Flaschen mit der Hand gespült und etikettiert werden, aber sicherlich bekommen wir Wein zum Probieren angeboten. Sicherer statt dessen ist es aber, ein paar Flaschen für unser Abendessen mitzunehmen. In Ambalavao besichtigten wir die Papierfabrik, in der nach der alten Tradition der Antaimoro handgemachtes Papier hergestellt wird. Produkte aus diesem Papier, gut geeignet als Geschenke, gibt es zu kaufen. Hier essen wir auch zu Mittag. Ein paar Kilometer weiter werden in einer Seidenspinnerei seidene Tücher hergestellt, in die in Madagascar traditionell die Toten gehüllt werden. Von hier aus führt eine Piste ins Tsara Camp im Andringitra National Park, ideal zum Wandern. Einfacher gehalten, kann man dort auch im Trano Gasy übernachten.
12. Ihosy > Ranohira 90 40  
  Heute vormittag durchqueren wir die Hochebene von Horombe. Mittags kommen wir rechtzeitig zum Mittagessen nach Ranohira und haben am Nachmittag Zeit für einige Ausflüge in die Umgebung, wie Ilakaka, Madagascar´s Wilder Westen, derzeit einer der ergiebigsten Fundorte für Saphire. Den Sonnenuntergang genießen wir bei La Fenêtre. Kurz hinter Ranohira führt Martina Breitling die Isalo Ranch, eine komfortable Bungalowanlage im traditionellen Stil, sogar mit Schwimmbad. Die gesamte Anlage wird durch Solarstrom versorgt.
13. Parc national d´Isalo: Canyon de Makis > Piscine naturelle      Std.
  Für den heutigen Besuch des Canyon de Makis können wir die Motorräder gut gebrauchen, vorausgesetzt, es findet sich noch ein Plätzchen für den Führer. Gerade außerhalb von Ranohira nehmen wir eine Piste, die uns nach ca. 15 km zu einem Parkplatz bringt. Von hier aus beginnen wir unsere Fußwanderung in die Schlucht, auf der wir, nach der bisherigen trockenen Buschlandschaft, von saftigem Grün und Lemuren, in freier Wildbahn lebend, überrascht werden. Nach dem Mittagessen im Ort unternehmen wir eine weiteren Ausflug zu Fuß zum Piscine naturelle, das uns, nachdem wir lange der Sonne ausgesetzt waren, zu einem erfrischende Bad einläd.
14. Ranohira > Zombitse > Tuléar 290   2 Std.
  Die Fahrt von Ranohira ist, trotz der Entfernung, eine Sache eines halben Tages. Daher haben wir noch Zeit und nehmen die Gelegenheit war, den neuen Nationalpark Zombitse zu besuchen, dessen Trockenwälder wir auf der Suche nach Lemuren durchstreifen. Am Nachmittag, nach weiteren Kilometern durch Buschlandschaft mit gelegentlichen Baobabs, sehen wir schließlich am Horizont das Meer und uns alsbald mit dem Stadtverkehr von Tuléar konfrontiert.